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Barrierefreie Medizintechnik: UID beim uDay VII

„Technologienutzung ohne Barrieren“ – unter diesem Motto stand der uDay VII an der Fachhochschule Vorarlberg. Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft stellten am 06. März 2009 neue Lösungen und Zukunftstechnologien vor, mit denen vorhandene Hürden im Alltag abgebaut werden können. Maike Reichel, Usability-Engineer der User Interface Design GmbH (UID), präsentierte die Ergebnisse der Studie „Medizingeräte auf dem Prüfstand“.

Moderne Technik hat Einzug in alle Lebensbereiche gehalten. Doch nicht jeder kann gleichermaßen von diesen neuen Möglichkeiten profitieren. Für Menschen, die zu jung oder zu alt, geistig oder körperlich eingeschränkt sind, können sich bei der Technik-Nutzung unüberwindbare Probleme ergeben. Wie man diese Hürden abbauen und moderne Technik allen Menschen zugänglich machen kann, zeigten Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft auf dem uDay VII in 23 spannenden Vorträgen.

Barrierefreie Medizingeräte? – Blutzuckermessgeräte auf dem Prüfstand

Optimal auf die Nutzer und deren Fähigkeiten abgestimmten Produkte sind gerade im Bereich der Medizintechnik ein Muss: Durch unzureichende Usability können schwerwiegende Gesundheitsrisiken entstehen. So kann es gravierende gesundheitliche Folgen haben, wenn ein Diabetiker aufgrund falscher Bedienung den Blutzucker fehlerhaft abliest und seine Medikamente nicht richtig dosiert. Was die einfache und sichere Bedienbarkeit von Blutzuckergeräten und damit die Sicherheit der Patienten betrifft, besteht in vielen Fällen jedoch dringender Verbesserungsbedarf. Zu diesem Fazit kommt die Studie „Messgeräte auf dem Prüfstand – Wie sicher und intuitiv sind Blutzuckermessgeräte?", die Maike Reichel, Usability Engineer bei UID, auf dem uDay VII vorstellte.

Von gut gestalteter Bedienung bis zu gefährlichen Arbeitsschritten – die Studienleiterin Maike Reichelt stellte große Unterschiede in der Benutzungsfreundlichkeit der getesteten Geräte fest. Bei dem Publikum des uDay VII stieß Maike Reichels Vortrag auf großes Interesse: Vielen Zuhörern wurde bewusst, welche Bedienprobleme beim Umgang mit Medizingeräten auftreten und welche schwerwiegenden Folgen dies nach sich ziehen kann. Die UID-Studien überzeugte durch ihre strukturierte Vorgehensweise, die Ausrichtung an standardisierten Normen und den Einsatz eines vielfältigen Methoden-Mixes.

So stehen einer sichern und einfachen Bedienung keine Hürden im Weg

Die User Interface Design GmbH (UID) und die Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) haben insgesamt 14 Blutzuckermessgeräte unter die Lupe genommen. Auf Basis der Ergebnisse leiteten die Experten von UID Regeln ab, die bei der benutzerfreundlichen Gestaltung von Medizinprodukten helfen: Um den Bedürfnissen der Diabetespatienten gerecht zu werden, sollten die Display-Elemente in angemessener Schriftgröße und gut lesbar gestaltet sein. Der Nutzer möchte jederzeit sehen können, bei welchem Bedienungsschritt er sich befindet. Drücken&Halten-Mechanismen beim Abrufen von Funktionen sowie Zeitvorgaben bei der Bedienung sollten vermieden werden. Auch missverständliche Abkürzungen und zu viele fremdsprachliche Begriffe verwirren die meist älteren Benutzer.

Mit Hilfe von Usability Tests den Nutzer und seine Bedürfnisse kennenlernen

Grundlage dieser Ergebnisse waren detaillierte Analysen der Nutzergruppen, deren Nutzungsumgebung, Fähigkeiten und Erwartungen. Darüberhinaus wurden die Blutzuckermessgeräte einer Expertenevaluation unterzogen und von Usability Engineers auf ihre Selbstbeschreibungsfähigkeit, Fehlertoleranz und Steuerbarkeit getestet. Authentische Daten über konkrete Bedienprobleme lieferte ein anschließender Usability Test. Acht repräsentative User mit langjähriger Erfahrung im Umgang mit Blutzuckergeräten führten alltägliche Nutzungsaufgaben durch. Dabei teilten sie ihre Emotionen, Vermutungen und Befürchtungen, die sich im Verlauf des Bedienprozesses ergaben, dem Testleiter mit. „User Tests helfen uns reale Usability-Probleme aufzudecken, die speziellen Bedürfnisse der Diabetespatienen kennenzulernen und diese bei der Gestaltung der Geräte zu berücksichtigen“, erläutert die Usability-Expertin Maike Reichel ihr Vorgehen.

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Benutzer sind für UID der Maßstab für die Gestaltung interaktiver Produkte. (Quelle: iStockphoto)
Benutzer sind für UID der Maßstab für die Gestaltung interaktiver Produkte. (Quelle: iStockphoto)

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